framerate.de....der tägliche wahn

the hitchhiker´s guide to denver clan
03. märz 2008 von fischmac27

moinmoin liebe nappel-gemeinde.
komme ich gerade zur arbeit, ahne nix böses und dann das:
der windows-server läuft. einfach so. obwohl ich ihn eingeschaltet habe.
kein knarzen, kein rumpeln, kein nix.
knopf gedrückt, nach einer minute den desktop bestaunt.
unfassbar.
ich war verwirrt.
war ich am ende dank ganzwochenendiger schlaf-beschneidung in einem
parallel-universum gelandet? nachdem ich die kaffeemaschine eingeschaltet
und dabei mehrmals suchend (und durchaus auch ein bisschen ängstlich) aus
dem fenster in den wolkenverhangenen himmel geblickt hatte, ob nicht doch
ein gelbes vogonen-raumschiff zu sehen wäre, kam endlich die erlösung in
form des allmontäglichen blue screens.
genau, of death und so.
also machte ich leicht vorfreudig das, was ich jeden montagmorgen mache:
ich rufe den hans-günther-mit-h an.
was genau der ist oder tut weiss vermutlich noch nicht einmal das finanzamt
so wirklich. was aber egal ist, da hans-günther-mit-h fliessend windowisch
spricht und zudem mit einem nahezu akzentfreien pinguinisch zu überzeugen
weiss, der gute.
natürlich hat er meine liebliche montag-ruf-ich-den-hans-günther-mit-h-stimme
schon sehnlichst vermisst, das spüre ich. auch wenn er seine zuneigung heute
morgen nicht so recht zeigen kann. ob ich ihn wohl mal fragen sollte, was ihn
bedrückt? erstmal die tasse nachfüllen.

beim drücken auf den espresso-knopf muss ich
dann wieder an daniel day-lewis denken, bzw. wieso
der mann für die hauptrolle in there will be blood
den oscar bekommen hat.
habe ich im kino schon nicht verstanden, verstehe
ich noch immer nicht. dabei mag ich den day-lewis,
ganz ehrlich.
doch sieht er weder anders aus als in gangs of new
york, noch unterscheidet sich seine interpretation
der beiden rollen grossartig voneinander - ganz im
gegenteil, das sieht sich alles viel zu ähnlich.

ja wie? doch halt.
nicht gleich aufregen, verehrte hardcore-cineasten.

ich weiss, ich weiss, kann man doch garnicht
vergleichen, die beiden filme, jajaja. einmal
sezessionskrieg, new york und so und einmal
denver clan in noch langweiliger und ohne diese
pudelartige miss ellie - hoppla, war ja das andere.

doch - hand aufs herz - spätestens als er seinen bruder, der garnicht selbiger
ist, was man als zuschauer übrigends schon nach maximal zehn sekunden
ahnt, um die ecke bringt, da sieht er nicht nur genauso aus wie in dem moment,
in dem er dem sohnemann von priest vallon mit noch leicht blutender brust-
schusswunde die welt erklärt. ich wette, sogar die klamotten sind die gleichen
wie schon vor sechs jahren. selbst das oberlippengebüsch sieht in beiden
filmen gleich (unecht) aus.

doch worauf ich eigentlich hinaus will - nicht dass daniel day-lewis schlecht
gespielt hätte in diesem - nunja - langweiligen stück seifenoper, oh nein. doch
wenn der mann für derart bestenfalls spezielles recycling-gefühlsgedusel in
einem schwerfälligen usanischen geschichtsaufarbeitungsmonster einen
oscar bekommt, wieso bekommt dann der überragende johnny depp keinen
für sweeney todd? warum bekommt der ausgesprochen gut aufgelegte george
clooney keinen für michael clayton? legt er doch allein in den letzten zwei
minuten ohne auch nur einen ton zu sagen mehr schauspielerisches an den
tag, als day-lewis in diesen ganzen unglaublich zähen zweieinhalb stunden
schmalspur-dallas-denver-bullshit.